Academic Singles: Partnersuche mit Anspruch
Eine Freundin von mir, Ärztin, hat es einmal so gesagt: «Ich will nicht jemanden, der gleich viel verdient, sondern jemanden, mit dem ich über ein Buch streiten kann.» Genau dieses Gefühl bedient Academic Singles. Die Plattform richtet sich an gebildete, kultivierte Singles, die etwas Dauerhaftes suchen. Ich habe sie selbst nie benutzt, habe mir aber Startseite, FAQ, AGB und Testberichte genau angeschaut.
| Für wen | gebildete Singles mit hohen Ansprüchen, die eine feste Beziehung suchen |
| Alter | keine offizielle Angabe |
| Test | Fragebogen nach wissenschaftlichen Kriterien, laut Testberichten ca. 30 Minuten |
| Gratis | Test, Beschreibung des idealen Partners, Partnervorschläge |
| Premium | ab ca. 59.90 Franken pro Monat je nach Laufzeit (laut Testberichten) |
| Kündigung | spätestens 14 Tage vor Ende der Laufzeit |
| App | iOS und Android |
| Betreiber | be2 S.à.r.l., Luxemburg |
| Unsere Note | 8,9 von 10 |
Wer hier sucht
Academic Singles spricht Menschen an, denen Bildung und gemeinsame Interessen bei der Partnerwahl wichtig sind. Die Partnervorschläge berücksichtigen unter anderem das Bildungsniveau, das bestätigt auch die offizielle FAQ. Der Ton auf der Seite ist entsprechend: Da ist von den «hohen Ansprüchen» der Schweizerinnen und Schweizer die Rede, «von Luzern bis St. Moritz».
Wie viele Mitglieder tatsächlich einen Hochschulabschluss haben, steht auf der offiziellen Seite nicht. Laut Testberichten ist es ein grosser Teil, die Angaben reichen von «über 80 Prozent» bis «alle». Ich würde mich auf keine dieser Zahlen festnageln lassen. Was zählt: Das Publikum wird gezielt über das Thema Bildung angesprochen, und das merkt man am Auftritt.
Gut zu wissen: Academic Singles ist eine internationale Marke, es gibt sie auch in Belgien und Kanada. In der Romandie führt der Sprachlink übrigens nicht zu einer französischen Academic-Singles-Seite, sondern zur Schwestermarke «Le Parfait Gentleman».
So startest Du
- Anmelden mit E-Mail-Adresse und die Adresse bestätigen. Ohne Bestätigung kannst Du später keine Nachrichten schreiben.
- Den Fragebogen ausfüllen. Nimm Dir dafür laut Testberichten rund eine halbe Stunde, am besten nicht zwischen zwei Terminen.
- Dein Ergebnis und die Beschreibung Deines idealen Partners lesen. Beides ist gratis.
- Ein Foto hochladen. Ohne eigenes Foto siehst Du auch mit Premium keine Fotos von anderen.
- Die ersten Vorschläge anschauen und erst dann entscheiden, ob Du Premium willst.
Beim Profiltext gilt, was ich überall predige: lieber kurz und konkret als lang und vollständig. Auch Akademikerinnen lesen am Abend auf dem Sofa keine Dissertation (ich habe es mit meinem eigenen, viel zu langen Profil auf einer anderen Plattform ausprobiert, es hat niemand bis zum Ende geschafft). Ein paar Ideen dazu stehen in unseren 3 goldenen Regeln für gute Kommunikation.
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Was es kostet, was Du dafür bekommst
Die offizielle Seite ist hier sehr direkt: «Dating, Fotos und Chat sind lediglich für Premiumnutzer zugänglich.» Gratis ist also vor allem der Einstieg, der Test und das Anschauen der Vorschläge. Sobald Du jemandem schreiben oder Fotos sehen willst, brauchst Du ein Abo.
Die Preise siehst Du erst nach der Anmeldung. Laut Testberichten liegen sie bei ca. 119.90 Franken pro Monat für 3 Monate, 79.90 für 6 Monate und 59.90 für 12 Monate. Das ist dieselbe Grössenordnung wie bei be2. Einige Testberichte erwähnen ausserdem eine Garantie von 10 Kontakten, sonst werde das Abo verlängert. Frag vor dem Kauf nach, ob das bei Deinem Angebot gilt.
Einmal drin, sind die Werkzeuge dieselben wie bei den anderen Marken des Betreibers. Die Matchingpunkte zeigen Dir, wie gut Ihr laut Fragebogen zusammenpasst. Mit den Flirtfragen, drei kurzen Fragen zum Eisbrechen, kommst Du ins Gespräch, ohne Dir eine geistreiche erste Zeile ausdenken zu müssen. Und über Videoanrufe kannst Du jemanden kennenlernen, ohne gleich die Handynummer herzugeben. Lesebestätigungen gibt es keine, was gerade bei vollen Agenden entspannt: Niemand sieht, dass Du die Nachricht seit zwei Tagen ungelesen liegen lässt.
Für wen eher nicht
Wenn Du etwas Lockeres suchst, bist Du hier falsch, dafür gibt es C-Date. Und wenn Dir der Bildungsaspekt eigentlich egal ist, bringt Dir die Nische wenig, dann kannst Du genauso gut direkt bei be2 starten. Academic Singles lohnt sich vor allem für Leute, die sich im Profil und in den ersten Nachrichten ein bestimmtes Niveau wünschen und das auch selbst mitbringen.
Kündigung: die eine Sache, die Du Dir merken solltest
Das Abo verlängert sich automatisch um die gleiche Laufzeit, wenn Du nicht spätestens 14 Tage vor dem Ende kündigst. Hast Du 12 Monate gebucht und vergisst es, sind es nochmals 12 Monate. Kündigen kannst Du über den Link «Verträge hier kündigen» im Seitenfuss oder schriftlich. Wenn Du in der App über Apple oder Google bezahlt hast, läuft die Kündigung dort.
Und bitte nicht verwechseln: Wer sein Profil löscht, hat nicht gekündigt. Das Abo läuft einfach weiter, ohne dass Du etwas davon hast.
Sicherheit und die Sache mit dem gemeinsamen Pool
Academic Singles wirbt mit «verifizierten Profilen und geprüften Bildern». Laut einem Testbericht werden Profile von Hand geprüft. Dazu kommen die Schutzmassnahmen, die für alle Marken des Betreibers gelten: automatische Fotoprüfung, Meldefunktion und Nachrichten nur mit bestätigter E-Mail.
Der Betreiber ist be2 S.à.r.l. in Luxemburg, derselbe wie bei be2, eDarling und Zusammen.ch. Laut den AGB teilen sich diese Marken teilweise eine gemeinsame Datenbank. Die hohen Mitgliederzahlen, die manche Testberichte für die Schweiz nennen, dürften deshalb zum Teil aus diesem gemeinsamen Pool stammen. Heisst für Dich: Wähle Academic Singles, wenn Dir der Fokus auf Bildung zusagt, nicht weil Du dort eine völlig andere Welt erwartest.
Unser Urteil: 8,9 von 10
Academic Singles holt bei uns den zweiten Platz. Die klare Ausrichtung auf gebildete Singles funktioniert, der Fragebogen ist seriös, und mit Apps für iOS und Android bist Du auch unterwegs gut bedient. Die Seite nimmt das Thema Sicherheit ernst und sagt offen, was gratis ist und was nur mit Premium geht.
Gut zu wissen ist, dass ohne Abo kaum Kontakt möglich ist und das Preisniveau jenem von be2 entspricht. Die Nische ist eher ein Filter und ein Ton als eine eigene Mitgliederschaft, nähmlich weil der Pool teilweise geteilt wird. Wer das weiss und sich im akademischen Umfeld wohlfühlt, ist hier richtig. Wer eher 50 plus ist und Wert auf Kultur legt, sollte zum Vergleich Zusammen.ch anschauen.
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