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3 goldene Regeln für gute Kommunikation bei der Online-Partnersuche

Ein gutes Profil bringt Dich bis zur ersten Nachricht. Danach entscheidet nur noch eines: wie Du schreibst. Ich habe zwischen 2018 und 2021 genug Chats gelesen (und selber verbockt), um zu wissen, dass die meisten Kontakte nicht am Aussehen scheitern, sondern an drei ganz banalen Dingen. Hier sind meine drei Regeln, ohne Coaching-Vokabular und ohne Garantie, aber mit vielen Beispielen.

  Regel 1: Die erste Nachricht zeigt, dass Du gelesen hast

Die wichtigste Regel ist gleichzeitig die einfachste. Wer ein Profil anschreibt, sollte beweisen, dass er es auch angeschaut hat. Klingt selbstverständlich. Ist es nicht. Mein Posteingang bei be2 bestand damals zu einem guten Teil aus «Hallo, wie gehts?» und «Hübsches Lächeln». Beides ist nett gemeint, beides ist eine Sackgasse, weil die andere Person jetzt die ganze Arbeit machen muss.

Eine gute erste Nachricht hat drei Zutaten: einen konkreten Bezug zum Profil, einen kleinen Teil von Dir und eine Frage, die man gerne beantwortet. Mehr braucht es nicht. Drei bis fünf Sätze reichen völlig.

So eher nicht

  • «Hoi, wie gehts?» (Antwort: gut. Und dann?)
  • «Du bist wunderschön.» Schmeichelt kurz, führt nirgends hin.
  • «Erzähl mal was über Dich.» Das steht ja schon im Profil.
  • Ein Roman über Deine Scheidung, Deine Allergien und Deinen Chef, bevor die andere Person überhaupt Hallo gesagt hat.
  • Kopierte Nachrichten, die an zwanzig Profile gleichzeitig gehen. Man merkt es. Immer.

So schon eher

  • «Du schreibst, Du wanderst gern im Alpstein. Ich war im Sommer zum ersten Mal auf dem Säntis und habe beim Abstieg meine Knie verflucht. Hast Du eine Route, die knieschonender ist?»
  • «Dein Foto mit dem Hund am Rhein hat mich zum Lachen gebracht, der Blick sagt eindeutig: Wann gibt es endlich Znüni? Wie heisst er?»
  • «Du liest gerne Krimis aus der Schweiz. Ich suche seit Wochen etwas Neues für die Zugfahrt nach Bern. Was war Dein letzter Treffer?»

Merkst Du den Unterschied? Die guten Beispiele sind nicht witziger oder schlauer. Sie sind einfach konkret. Wenn Dir zum Profil gar nichts einfällt, ist das übrigens auch eine Information: Vielleicht passt es schlicht nicht.

Kleiner Tipp für Schüchterne: Viele Plattformen haben Einstiegshilfen. Bei den Seiten der be2-Gruppe heissen sie «Flirtfragen», drei Fragen zum Aufwärmen, die man sich gegenseitig stellen kann. Das ersetzt keine persönliche Nachricht, nimmt aber den Druck vom ersten Satz. Mehr dazu steht in unserem be2-Test.

  Regel 2: Ein Rhythmus, der zu Eurem Leben passt

Die zweite Regel betrifft das Tempo. Es gibt zwei Arten, einen vielversprechenden Chat zu ruinieren: zu schnell und zu langsam.

Zu schnell heisst: zwölf Nachrichten am Stück, ein «???» nach zwanzig Minuten ohne Antwort, am zweiten Abend schon Pläne für die Sommerferien. Das wirkt nicht verliebt, das wirkt anstrengend. Zu langsam heisst: eine Antwort alle fünf Tage, jedes Mal mit «sorry, viel los». Irgendwann ist die Luft raus, und niemand weiss mehr, worüber man eigentlich geredet hat.

Was dazwischen liegt, ist keine Formel. Aber ein paar Faustregeln haben sich bei mir bewährt:

  1. Antworte ungefähr im Rhythmus der anderen Person. Wer einmal am Abend schreibt, will nicht stündlich angepiepst werden.
  2. Lieber eine durchdachte Nachricht am Abend als zehn halbe im Büro zwischen zwei Sitzungen.
  3. Wenn Du ein paar Tage keine Zeit hast, sag es kurz. «Bin bis Sonntag bei meiner Schwester im Tessin, melde mich danach» kostet zehn Sekunden und verhindert Missverständnisse.
  4. Stell nicht nur Fragen, erzähl auch etwas. Ein Chat ist kein Bewerbungsgespräch.

Gut zu wissen: Auf den Plattformen der be2-Gruppe gibt es keine Lesebestätigungen, das ist laut FAQ bewusst so. Du siehst also nicht, ob Deine Nachricht schon gelesen wurde. Ich finde das eher angenehm. Es nimmt einem die Versuchung, jede Minute nachzuschauen, und die andere Person muss sich nicht rechtfertigen, wenn sie erst morgen antwortet.

Und ja, manchmal kommt einfach nichts mehr. Das tut kurz weh, ist aber selten persönlich gemeint. Leute lernen jemanden kennen, haben Stress, verlieren die Lust. Ein zweites, freundliches Nachhaken nach ein paar Tagen ist okay. Ein drittes nicht mehr.

  Regel 3: Nicht ewig chatten, sondern den nächsten Schritt machen

Das war mein grösster Fehler in den ersten Monaten. Ich habe mit einem Mann aus Schaffhausen fast drei Wochen geschrieben, jeden Abend, lange Nachrichten, richtig schön. Dann haben wir uns getroffen, und nach zehn Minuten war klar: Das funktioniert nur schriftlich. In meinem Kopf war er ein ganz anderer Mensch gewesen, und ich in seinem vermutlich auch.

Chatten ist gut, um herauszufinden, ob man sich überhaupt etwas zu sagen hat. Es ist schlecht darin, herauszufinden, ob man sich mag. Dafür braucht es Stimme, Gesicht, Timing. Darum meine dritte Regel: Nach ein paar Tagen angenehmen Schreibens lohnt sich der nächste Schritt.

Zwischenschritt Videoanruf

Ein Videoanruf ist der ideale Zwischenschritt, vor allem wenn Ihr nicht in der gleichen Stadt wohnt oder Du Dich noch nicht ganz sicher fühlst. Zehn, fünfzehn Minuten genügen. Man sieht, ob die Person dem Foto ähnlich sieht, wie sie lacht, ob das Gespräch fliesst. Auf den Seiten der be2-Gruppe sind Videoanrufe für Premium-Mitglieder direkt integriert, Du musst also Deine Handynummer nicht herausgeben. Das gilt auch für Zusammen.ch, wo der Videoanruf laut Anbieter verschlüsselt läuft.

Wie Du das Treffen vorschlägst

Einfach, konkret, mit Ausweg. Zum Beispiel: «Ich finde unsere Gespräche schön. Hättest Du Lust, nächste Woche einen Kaffee trinken zu gehen? Samstagnachmittag in Winterthur würde bei mir passen, aber ich bin flexibel.» Das ist klar, setzt niemanden unter Druck und lässt Raum für ein Nein.

Was eher nicht funktioniert: «Wir sollten uns mal treffen» ohne Ort und Zeit. Das ist nähmlich keine Einladung, das ist eine Absichtserklärung. Und wenn die andere Person ein Treffen immer wieder verschiebt, ohne Gegenvorschlag, dann hast Du auch eine Antwort, nur eben eine leise.

Wie das erste Treffen dann aussehen soll, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben: Warum das erste Date kurz sein sollte. Kurz gesagt: Kaffee statt Candle-Light-Dinner.

  Und wenn jemand plötzlich Geld will?

Keine vierte Regel, eher eine rote Linie. Wer nach kurzer Zeit von Notfällen erzählt, von blockierten Konten, kranken Verwandten oder einer dringenden Reise, und dabei Geld braucht: Chat beenden, Profil melden. Egal wie schön die Nachrichten vorher waren. Seriöse Menschen bitten Fremde aus dem Internet nicht um Geld. Mehr zu Romance Scam und anderen Stichworten findest Du in unserem Online-Dating ABC.

  Kurz zusammengefasst

Konkret schreiben, im gemeinsamen Takt bleiben, nicht zu lange im Chat hängen. Das ist eigentlich alles. Es klingt fast zu simpel, aber genau diese drei Punkte haben bei mir den Unterschied gemacht zwischen endlosen Gesprächen ins Leere und Treffen, die sich gelohnt haben. Eines davon hat übrigens ziemlich gut funktioniert, wo genau, bleibt unser Geheimnis.

Wenn Du noch auf der Suche nach der passenden Plattform bist, hilft Dir unsere Übersicht im Ratgeber weiter.

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